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SEL: Skalen zur Erfassung der Lebensqualität

Autoren: M. Averbeck, P. Leiberich, M.Th. Grote-Kusch, E. Olbrich, A. Schröder, M. Brieger, K. Schumacher

Anwendungsbereiche

SEL erfasst das Konstrukt der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Es eignet sich zum einen für den Bereich der Statusdiagnostik, z.B. bei der Entscheidungsfindung für Therapiemodalitäten bei chronischer Krankheit, zum anderen als Verlaufs- und Erfolgskontrolle, z.B. bei medizinischer oder psychologischer Behandlung. Der Fragebogen liegt vor in einer Langfassung, die für verschiedene Zielpopulationen einsetzbar ist, und in mehreren Kurzfassungen, die jeweils für verschiedene Zielpopulationen spezifiziert sind (z.B. Erwachsene, Patienten mit gastrointestinalen und soliden Tumorerkrankungen, Patienten mit hämoblastischen und lymphoproliferativen Erkrankungen, HIV-Infizierte, Patienten mit systemischem Lupus erythematodes). Während die Langfassung die Lebensqualität des Klienten so differenziert erfasst, dass auch eine Diagnose spezifischer Defizite in Teilbereichen möglich ist, stellen die Kurzfassungen eine Alternative dar, die eine sehr ökonomische Erfassung des Konstrukts erlaubt, wie sie eventuell im klinischen Alltag oder bei größeren, z.B. längsschnittlichen Studien nötig wird.

Aufbau

Das dem Fragebogen zugrunde liegende Konzept von Lebensqualität geht von den drei Dimensionen Inhalt, zeitlicher Bezugsrahmen und subjektiver Relevanzgrad aus. Die Dimension Inhalt ist im SEL realisiert durch den körperlichen, den sozialen und den kognitiv-emotionalen Bereich. SEL enthält im kognitiv-emotionalen Bereich auf der Dimension des zeitlichen Bezugsrahmens sowohl kurzfristig als auch mittel- und langfristig orientierte Skalen. Die Dimension verschiedener subjektiver Relevanzgrade wird im SEL dadurch operationalisiert, dass sowohl eher objektive Gegebenheiten - seien sie körperlicher oder sozialer Art -, als auch die jeweilige perzipierte und subjektiv interpretierte „Wahrheit" des Klienten selbst - also die subjektive Verrechnung zwischen Ist-Zustand und einem individuellen Sollwert - berücksichtigt werden. Die resultierenden sieben Skalen des SEL sind: Objektive körperliche Beschwerden, Subjektive körperliche Verfassung, Objektives soziales Umfeld, Subjektives soziales Umfeld, Stimmung, Grundstimmung, Lebensorientierung.

Gütekriterien

Reliabilität: Die innere Konsistenz des Gesamtfragebogens (Cronbachs Alpha) liegt, je nach Form und/oder Stichprobe, zwischen .87 und .97. Die Retest-Reliabilität liegt bei einer Testwiederholung nach 3 bis 6 Wochen im Bereich von .52 bis .80, bei einer Testwiederholung nach 9 bis 15 Monaten im Bereich von .48 bis .75.
Validität: Die Struktur der Skalenkorrelationen und die Ergebnisse von Faktorenanalysen zur Konstruktvalidität sind weitgehend stichprobenunabhängig. Es zeigen sich konstruktkonforme Zusammenhänge von SEL und ihren Subskalen zu verschiedenen Kriteriumsmessungen im Bereich Lebensqualität, Beschwerdelisten, Angstskalen u.ä.

Normen

Es liegen für die Langfassung und die Kurzfassungen Vergleichswerte für verschiedene Krankheitsgruppen sowie gesunde Erwachsene vor. Die Gesamtstichprobe umfasst ca. 900 Probanden für die Langfassung und ca. 2100 Probanden für die Kurzfassungen.

In Anwendung seit 1997