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HEALTH-49: Hamburger Module zur Erfassung allgemeiner Aspekte psychosozialer Gesundheit für die therapeutische Praxis – verkürzte Fassung
Autoren: S. Rabung, T. Harfst, U. Koch, H. Schulz (Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf)
Anwendungsbereiche
HEALTH ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur multidimensionalen Erfassung allgemeiner Aspekte psychosozialer Gesundheit. Der HEALTH-49-Fragebogen erlaubt die umfassende und zugleich ökonomische Erfassung generischer Aspekte psychosozialer Gesundheit und empfiehlt sich damit für den Routineeinsatz in der therapeutischen Praxis. Aufgrund seiner generischen Anlage kann er in den verschiedensten Anwendungsfeldern und Indikationsbereichen für Diagnostik und Therapieplanung wie auch zur Evaluation und Qualitätssicherung genutzt werden. Durch seinen modularen Aufbau lässt er sich flexibel an den jeweiligen Anwendungskontext anpassen.
Aufbau
Der HEALTH-49 deckt mit 49 Items, die sechs eigenständigen Modulen zugeordnet sind, wesentliche Bereiche psychosozialer Gesundheit ab. Dies sind (a) „Psychische und somatoforme Beschwerden“, (b) „Psychisches Wohlbefinden“, (c) „Interaktionelle Beeinträchtigungen“, (d) „Selbstwirksamkeit“, (e) „Aktivität und Partizipation“ sowie (f) „Soziale Unterstützung und soziale Belastung“. Insgesamt lassen sich neun Skalenwerte und ein Gesamtscore zur psychopathologischen Beeinträchtigung bestimmen. Der Fragebogen kann als Gesamtinstrument eingesetzt werden, je nach Fragestellung lassen sich aber auch einzelne ausgewählte Module zu einem verkürzten Erhebungsinstrument zusammenstellen.
Gütekriterien
Reliabilität: Die internen Konsistenzen (Cronbach’s Alpha) der neun HEALTH-49-Skalen wurden anhand einer repräsentativen Stichprobe von Patienten der primärärztlichen Versorgung (N = 5.630) sowie an einer Stichprobe von N=1.548 Patienten aus 12 Rehabilitationsfachkliniken für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ermittelt und betragen zwischen .73 und .91. Die mittlere Trennschärfe der Skalen bewegt sich zwischen .53 und .78.
Validität: Die Korrelation zwischen der HEALTH-49-Skala „Depressivität“ und dem Depressionsfragebogen DSQ beträgt r = .73, die entsprechende Korrelation zur Depressivitäts-Skala der SCL-14 beträgt r = .87. HEALTH-49-„Somatoforme Beschwerden“ und SCL-14-„Somatisierung“ korrelieren mit r = .85, die HEALTH-49- und SCL-14-Skala „Phobische Ängste“ korrelieren zu r = .84. Der HEALTH-49-Gesamtscore „Psychische und somatoforme Beschwerden“ korreliert besonders hoch mit dem „Global Severity Index“ der SCL-14 (r = .89). Die Korrelation zwischen der HEALTH-49-Skala „Interaktionelle Schwierigkeiten“ und dem Gesamtwert des Inventars zur Erfassung Interpersonaler Probleme (IIP-25) liegt bei r = .75. Die HEALTH-49-Skalen „Psychisches Wohlbefinden“, „Selbstwirksamkeit“ und „Aktivität und Partizipation“ sind zu .64, .65 bzw. .68 mit der Psychischen Summenskala der SF-8 korreliert. Im Vergleich zwischen gesunden Probanden und Psychotherapie-Patienten konnte die gute differenzielle Validität des HEALTH-49 belegt werden. Die Änderungssensitivität der HEALTH-49-Skalen fällt im Vergleich zu bewährten Skalen (SCL-14, IIP-25, SF-8) sehr günstig aus.
Praktikabilität: Die mittlere Bearbeitungsdauer für den Gesamtfragebogen liegt nach bisherigen Erfahrungswerten bei ca. 10-15 Minuten.
Normen
Bislang liegen umfangreichen Normwerte zu verschiedenen Subgruppen der Hausarztstichprobe (N=5.630) sowie zu Patienten aus stationärer psychosomatisch/psychotherapeutischer Rehabilitation vor. Die Referenzdatenbasis wird kontinuierlich erweitert.
Literatur
Rabung, S., Harfst, T., Kawski, S., Koch, U., Wittchen, H.-U., Schulz, H. (2008) Psychometrische Überprüfung einer verkürzten Version der "Hamburger Module zur Erfassung allgemeiner Aspekte psychosozialer Gesundheit für die therapeutische Praxis" (HEALTH-49). Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, im Druck.
Rabung, S., Harfst, T., Koch, U., Wittchen, U., Schulz, H. (2007) "Hamburger Module zur Erfassung allgemeiner Aspekte psychosozialer Gesundheit für die therapeutische Praxis (HEALTH)" - psychometrische Überprüfung eines neuen Selbstbeurteilungsinstruments zur multidimensionalen Erfassung psychosozialer Gesundheit. Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin , 17, 133-140.
Aktuelle Informationen finden sich im Internet unter http://www.hamburger-module.de. |